Description:
Das Foto zeigt ein Wohnhgebäude der sogenannten "Schwarzwaldsiedlung" an der Essener Straße in Hamburg-Langenhorn. Mit der Errichtung der "Hanseatischen Kettenwerke" (Hak) und der Messapparatewerke (Messap) am Weg Nr. 4 (heute Essener Straße) wurde Langenhorn ab 1933 zu einem der größten Rüstungsstandorte Hamburgs ausgebaut. 5000 Zwangsarbeiter aus 19 Ländern wurden hier eingesetzt. Ab Herbst 1944 richteten die Nationalsozialisten ein Außenlager des KZ Neuengamme ein, das sich auf einem Streifen zwischen dem heutigen Seniorenheim Dortmunder Straße und dem KZ-Gedenkstein an der Essener Straße erstreckte. Die inhaftierten 700 Jüdinnen arbeiteten in beiden Betrieben. In den Hanseatischen Kettenwerken (ein Tarnname) wurden Granathülsen und in den Messap Bombenzünder produziert. Die Messap ließ im Schwarzwald Fachleute aus der Uhrenherstellung anwerben. Um ihnen das Heimischwerden im Norden zu erleichtern, errichtete man für sie Wohnstätten, die der traditionellen Schwarzwaldarchitektur nachempfunden sein sollten. Für die Optik ausschlaggebend war allerdings das von Beginn an angestrebte Konzept, den Rüstungsstandort aus der Perspektive feindlicher Fliegerpiloten wie eine Land- oder Vorstadtidylle aussehen zu lassen. In den Jahren 1939/40 wurden schließlich fünfzehn dieser Wohnbauten mit 152 Wohnungen fertiggestellt. Nach dem Krieg wurden in der Siedlung weitere Wohnhäuser in dieser Form gebaut. Die 1940 beendeten Bauten sind mit Luftschutzräumen ausgerüstet, die heute als Fahrradkeller o.ä. Verwendung finden.