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| Title: | Nach dem Gasangriff: Vergiftete Russen auf dem Sanitätsplatz |
| Authors: | Wild, Max |
| Creation Date: | 1914 |
| Description: | Zwei Fotos einer undatierten Illustriertenseite der "Berliner Illustrirten Zeitung" (Ullstein-Verlag Berlin) von ca. 1931 mit Motiven aus dem 1. Weltkrieg 1914-1918; sie zeigen durch einen Gasangriff außer Gefecht gesetzte russische Soldaten. ./. Begleitend zu Max Wilds 1931 bei Ullstein erschienenem Buch "Im geheimem Auftrag an der Ostfront" druckte die Illustrierte aus dem gleichen Verlagshaus einen Fotobericht zu Max Wilds Aufzeichnungen ab. Wild, ein deutscher Nachrichtenoffizier, berichtet im Rückblick über die von ihm erlebten Geschehnisse an der Ostfront in Ostpreußen sachlich und fair, ja zuweilen kritisch. "Die russischen Sanitäter bemühten sich auch dauernd um unsere [deutschen] Verwundeten. Um deren Wagen nicht zu stören, spannten sich schließlich ein paar Russen vor mein Auto und schleppten es übers Feld. Und diese beiden Völker mußten sich so zerfleischen!" (Wild, "Im geheimem Auftrag an der Ostfront", 1931, S. 77–78) und: "War das noch Krieg? Oder war das nur das wahre Gesicht des Kriegs? Unsere Leute mußten wohl dasselbe empfunden haben. Denn man sah sie, die längst hätten im feindlichen Gebiet sein sollen, übers ganze Feld verstreut kranke Russen aufheben und nach hinten tragen. Es gab einfach keinen Angriff, nur Mitleid und Hilfe für den schmählich überfallenen Feind, für gequälte Mitmenschen. So wurde noch manchem Russen das Leben gerettet. Das war das einzige, was mich an diesem Tage nicht an der Menschheit verzweifeln ließ.“ (Wild, ebenda S. 128 – 129).
„Ein russischer Feldwebel sitzt am Wege, sprechen kann er nicht, er lallt nur etwas aus pfeifender Lunge. Krampfhaft streckt er die Arme aus. Der Professor untersucht ihn. 'Hm, wäre noch zu retten, wenn er Sauerstoff bekäme. Aber es sind ja keine Leute da, die ihn forttragen könnten.'
'Vielleicht schaff ich es allein. Helfen Sie mir!' Wie ein Kind lag der schwere Mann auf meinen Armen, hielt mit dem rechten Arm meinen Hals umfaßt. 'Halte fest', sagte ich ihm in seiner Muttersprache. Wie damals bei Nowoalexandria, als ich auch eine schwere Last trug, nahm ich alle Kraft zusammen, um dieses Menschenleben zu retten. Bald röchelte ich genau so wie der Russe, der mich aus entsetzten Augen unverwandt anstarrte. Ich war am Ende meiner Kräfte, als ich auf dem Verbandsplatz anlangte. Nun warf man ihm die Sauerstoffmaske übers Gesicht, und ich sah, wie das Gesicht nach und nach eine andere Farbe annahm. Das Blau des Augapfels wurde wieder weiß – er war gerettet.“ (Wild, 1931, S. 129 – 130). Unklar in dem Artikel bleibt, wer die Fotografien angefertigt oder beigesteuert hat. Mit hoher Wahrscheinlichkeit stammen sie aber von einem ungenannten Kriegsberichter. Die Zeitungsseite ist entnommen der "Berliner Illustrirten Zeitung" Nr. 11, Jahr nicht genannt, wahrscheinlich 1931. ./. Die Seite war Bestandtteil des 2005 entdeckten Wilhelm-Lamszus-Fundes in Klein Borstel. |
| Spatial Coverage: | Deutschland, Ostpreußen |
| Appears in Collections: | Fundsache Wilhelm Lamszus
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